Erste Ansätze zur Gründung eines Sportvereins in Lechtingen reichen bis in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg zurück. Im Jahre 1921 kam es zur Gründung des VFB, der aber bereits ein Jahr später wieder aufgelöst wurde. Ein neuer Versuch im Jahre 1923 erlitt das gleiche Schicksal. Auch ein Zusammenschluss mit Fußballinteressierten aus Haste im Jahr 1924 scheiterte, womit zunächst alle Bemühungen eingestellt wurden.

Erst nach dem zweiten Weltkrieg, in einer Zeit wirtschaftlicher Not und politischer Abhängigkeit, in der zahlreiche Familien noch schmerzlich unter den Folgen des verlorenen Krieges zu leiden hatten, wurde ein neuer Versuch zur Gründung eines Vereins unternommen.



Willi Hüggelmeyer, Günter Macke, Wilhelm Rolf und Anton Wahmhoff luden im Januar 1947 zu einer Versammlung in die Gaststätte Tegeler ein, um ihr Vorhaben zu verwirklichen. Von den zahlreich erschienenen gaben 62 die verbindliche Zusage, dem Verein beizutreten. Eine Geldsammlung erbrachte den Betrag von 672,70 Reichsmark. Die Gründungsversammlung fand im Februar 1947 unter der Leitung des Kreissportbund-Abgeordneten Klein-Siebenbürgen statt. Der Verein gab sich den Namen Sportfreunde. Die Vereinsfarben wurden schwarz und weiß. Als Vereinslokal wählte man die Gastwirtschaft Ballmann. Die Britische Militärregierung in Osnabrück erteilte die erforderliche Genehmigung, nachdem für alle Vorstandsmitglieder die ordnungsgemäße Entnazifizierung eingeleitet war.

Große Schwierigkeiten bereitete die Sportplatzfrage. Das von Bauer Overin zwischen Mühlenstrasse und Lechtinger Bach zur Verfügung gestellte Gelände musste in Eigenleistung ohne jede fremde Hilfe buchstäblich durch Hand- und Spanndienste hergerichtet werden.

Mehrfach wechselte in den kommenden Jahren und Jahrzehnten die Lage des Sportplatzes. Als das Gelände unterhalb der Mühlenstrasse im Jahr 1956 für Bauzwecke benötigt wurde, galt es, eine neue Spielfläche zu beschaffen, die wiederum in Eigenleistung zu erstellen war. Zur Verfügung stand eine Wiese des Bauern Stertenbrink in der Nähe der Bundesstraße 68, die im Vergleich zum alten Platz zwar den Vorteil eines Rasenplatzes aufweisen konnte, aber bei ungünstiger Witterung zu regelrechten Wasserschlachten zwang.

Im Jahr 1962 wechselte man dann zum Schulweg, wo der Platz am 04. und 05. August 62 mit einem Sportfest seiner Bestimmung übergeben wurde. Aber auch diese Anlage sollte nicht von langer Dauer sein. Da nach dem Bau der Hansalinie der geplante Autobahnzubringer die Sportanlage kreuzte, erwies sich die Planung einer neuen Sportanlage schon bald als notwendig.

Das erforderliche Grundstück, welches außerdem eine Turn-und Sporthalle aufnehmen sollte, wurde an der Ecke Osnabrücker Strasse/Schulweg von Bauer Mosting erworben. Am 01. Mai 1974 wurde der Sportplatz feierlich eingeweiht. Seit diesem 01. Mai 1974 findet im Übrigen auch jährlich das Maiturnier statt, welches ja bekanntlich noch bis zum heutigen Tage traditionell durchgeführt wird.

Nachdem im Jahr 1973 auch die Turnhalle in Lechtingen fertig gestellt wurde, nahm die Mitgliederentwicklung einen rasanten Verlauf. Durch die sportliche neue Heimat war es den Verantwortlichen möglich, endlich auch Sport für die ganze Familie anzubieten, was von der Lechtinger Bevölkerung auch sehr gut angenommen wurde.
Der Verein wandelte sich vom Fußballclub zur Organisation mit Breitensport. Die Mitgliederzahl stieg von ehemals 120 auf über 700 Sportlerinnen und Sportler.

Weitere wichtige Eckpunkte in der Entwicklung des Vereins waren die Ansiedlung der Tennisanlage im Jahr 1975, die Erstellung des Tennenplatzes mit Flutlichtanlage im Jahr 1982, der Bau des Vereinsheimes mit angegliederter Geschäftsstelle im Jahr 1990 und natürlich die Einweihung der Mehrzweckhalle am Schulweg im Jahr 2000, was den Sportfreunden einen weiteren großen Mitgliederzuwachs bescherte.

Langsam aber stetig hat sich die Lechtinger Sportanlage und auch der Verein Sportfreunde Lechtingen in den letzten Jahren weiterentwickelt.

Mittlerweile ist jeder vierte Lechtinger Bürger Mitglied bei den Sportfreunden. Neben Fußball und Tischtennis sind der Breiten- und Gesundheitssport sowie Leistungssport und das Angebot von Trendsportarten zu einem wesentlichen Bestandteil des Vereinlebens geworden.

Auch der gesellige Teil wird weiterhin großgeschrieben. Nach Stiftungsfest und SFL-Ball in früheren Jahren hat sich das Grünkohlessen im Dezember eines jeden Jahres bestens etabliert.

Eine Entwicklung, die positiv zu bewerten ist, aber keinesfalls zu Selbstzufriedenheit führen darf. Denn in der heutigen schnelllebigen Zeit ist vorausschauendes Denken unabdingbar.